Es ist der unbequemste Satz in jeder Erstberatung — und der wichtigste: Wenn Ihre Bewässerungsanlage am Hausanschluss hängt, muss das Gartenwasser mechanisch vom Trinkwasser getrennt werden. So schreibt es die DIN EN 1717 vor. Ein einfaches Rückschlagventil genügt nicht.
Der Grund ist kein Papierkram, sondern Physik: Liegt der Gartenschlauch in der Sonne, vermehren sich Keime im stehenden Wasser. Fällt dann der Druck im Netz — ein Rohrbruch genügt —, wird dieses Wasser zurück in die Trinkwasserleitung gesaugt. Solche Fälle hat es im Ruhrgebiet bereits gegeben.
Warum das fast niemand weiß
Im Neubau denkt niemand daran: Der Heizungsbauer legt einen Außenwasserhahn — das ist erlaubt, denn ein Hahn ist keine fest angeschlossene Bewässerungsanlage. Der Bauleiter ist fürs Haus zuständig, der Garten kommt später, und der Anbieter, der ihn dann baut, kennt die Norm oft selbst nicht.
Die Trennstation kostet Geld — Gerät und Installation zusammen sind meist ein vierstelliger Betrag. Genau an dieser Stelle gehen viele Kunden zum Anbieter, der die Norm nicht kennt und „günstiger" baut. Das ist keine Ersparnis, das ist ein Rechtsrisiko: keine Ordnungswidrigkeit, sondern eine Straftat — und zwar eine, die keine Betriebshaftpflicht und keine Privatversicherung deckt.
Die sauberen Wege
Weg eins: Trennstation einbauen lassen — vom Sanitär-Fachbetrieb, den wir koordinieren. Auf 20 bis 30 Jahre Anlagen-Lebensdauer gerechnet ist das ein kleiner Posten für ein abgeschlossenes Thema.
Weg zwei: gar nicht erst ans Trinkwassernetz — Brunnen oder Zisterne als Quelle nutzen. Dann entfällt die Trennungspflicht, und das Gießwasser ist obendrein kostenlos. Wer neu baut, sollte das von Anfang an mitplanen und den Sanitärbetrieb gleich beauftragen: Im Neubau ist das ein Handgriff, nachgerüstet ein Projekt.
Fachbetrieb für smarte Gartenbewässerung, seit dem 16. Lebensjahr im Thema. Autor von „Gartenbewässerung planen" (Kindle) und Partner von DVS Beregnung & Hunter.
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