Der häufigste Bewässerungsfehler ist gut gemeint: jeden Tag ein bisschen. Bleibt das Wasser immer oben, hat der Rasen keinen Grund, tief zu wurzeln — er wird bequem, flachwurzelig und kippt beim ersten Hitzeschub. Ein robuster Rasen entsteht durch selteneres, dafür durchdringendes Wässern.
Der richtige Rhythmus
Bewässert wird in den frühen Morgenstunden — gegen 4:30 Uhr, bevor die Sonne aufgeht. Verdunstung minimal, Aufnahme maximal, und kein Mensch muss dafür aufstehen: Genau solche Zeiten sind der Grund, warum es Steuerungen gibt.
Die Menge richtet sich nach Boden und Wetter, nicht nach Kalender. Zwei Gärten mit demselben Wetter können völlig unterschiedlich dastehen — 20 Kilometer Entfernung, andere Bodenart, anderes Ergebnis. Deshalb messen unsere Anlagen im Boden, statt zu schätzen.
Sonderfall: neuer Rollrasen
Frisch verlegter Rollrasen ist die Ausnahme von jeder Regel: Er braucht in der Anwuchsphase stetig Wasser — unabhängig vom Wetter. Dafür gibt es eigene Anwuchsprogramme in der Steuerung, die nach der Etablierung automatisch in den normalen, sparsamen Rhythmus wechseln.
Übrigens: Gegen Löwenzahn hilft langfristig kein Gießplan, sondern regelmäßiges Mähen — der Mähroboter erwischt die Blüte, bevor sie aussamt. Bewässerung, Düngung und Mähen sind ein System; jede Komponente allein bleibt Stückwerk.
Fachbetrieb für smarte Gartenbewässerung, seit dem 16. Lebensjahr im Thema. Autor von „Gartenbewässerung planen" (Kindle) und Partner von DVS Beregnung & Hunter.
Weiterlesen
30–40 % weniger Wasser: warum Automatik sparsamer gießt als Sie
Klingt paradox, ist aber messbar: Eine richtig geplante Anlage verbraucht deutlich weniger Wasser als der Gartenschlauch.
Weiterlesen →
Genießen statt Gießen — was ein autarker Garten wirklich heißt
Der Garten ist Ihr erster Rückzugsort, nicht der Urlaub. Warum die schönste Gartenarbeit die ist, die Sie nicht mehr machen müssen.
Weiterlesen →