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Ratgeber

Rasen richtig bewässern: warum täglich gießen der größte Fehler ist

Tägliches Gießen macht den Rasen schwach. Tiefe Wurzeln entstehen anders — mit Rhythmus statt Routine.

Der häufigste Bewässerungsfehler ist gut gemeint: jeden Tag ein bisschen. Bleibt das Wasser immer oben, hat der Rasen keinen Grund, tief zu wurzeln — er wird bequem, flachwurzelig und kippt beim ersten Hitzeschub. Ein robuster Rasen entsteht durch selteneres, dafür durchdringendes Wässern.

Der richtige Rhythmus

Bewässert wird in den frühen Morgenstunden — gegen 4:30 Uhr, bevor die Sonne aufgeht. Verdunstung minimal, Aufnahme maximal, und kein Mensch muss dafür aufstehen: Genau solche Zeiten sind der Grund, warum es Steuerungen gibt.

Die Menge richtet sich nach Boden und Wetter, nicht nach Kalender. Zwei Gärten mit demselben Wetter können völlig unterschiedlich dastehen — 20 Kilometer Entfernung, andere Bodenart, anderes Ergebnis. Deshalb messen unsere Anlagen im Boden, statt zu schätzen.

Sonderfall: neuer Rollrasen

Frisch verlegter Rollrasen ist die Ausnahme von jeder Regel: Er braucht in der Anwuchsphase stetig Wasser — unabhängig vom Wetter. Dafür gibt es eigene Anwuchsprogramme in der Steuerung, die nach der Etablierung automatisch in den normalen, sparsamen Rhythmus wechseln.

Übrigens: Gegen Löwenzahn hilft langfristig kein Gießplan, sondern regelmäßiges Mähen — der Mähroboter erwischt die Blüte, bevor sie aussamt. Bewässerung, Düngung und Mähen sind ein System; jede Komponente allein bleibt Stückwerk.

Ferid Dzaferi, Smart Gardens
Ferid Dzaferi · Smart Gardens

Fachbetrieb für smarte Gartenbewässerung, seit dem 16. Lebensjahr im Thema. Autor von „Gartenbewässerung planen" (Kindle) und Partner von DVS Beregnung & Hunter.